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Interessantes rund um BIO

Wir versuchen Sie regelmäßig mit den unterschiedlichsten Informationen zum Thema BIO zu versorgen.


Klare Unterschiede in der Qualität von Milch und Fleisch zwischen biologischer und konventioneller Produktion

Ein von der Newcastle University geführtes Expertenteam hat gezeigt, dass sowohl Biomilch als auch Biofleisch um 50 % mehr gesundheitsfördernde Omega-3-Fettsäuren enthalten als konventionelle Produkte.

Das FIBL war an dieser Studie beteiligt. Mehr dazu unter diesem Link.

Die beiden Studien zeigten unter anderem:
Sowohl Biomilch als auch Biofleisch enthalten rund 50 % mehr gesundheitsfördernde Omega-3-Fettsäuren als konventionelle Produkte.

Biomilch enthält 40 % mehr konjugierte Linolsäure (CLA) mit gesundheitsfördernden Eigenschaften.

Biomilch enthält leicht höhere Anteile an Eisen, Vitamin E und einigen Carotinoiden.

In der konventionellen Milch ist der Gehalt an Jod, einem essentiellen Spurenelement, im Durchschnitt um 74 % erhöht.

Die Erkenntnisse wurden am 16. Februar 2016 im British Journal of Nutrition veröffentlicht. Laut dem Expertenteam zeigen die Daten, dass Menschen durch einen Wechsel zu Biomilch und Biofleisch mehr Fettsäuren zu sich nehmen, die in der Ernährung wichtig sind.

Die Unterschiede sind hauptsächlich auf die unterschiedliche Fütterung von biologisch und konventionell gehaltenen Tieren zurückzuführen.

Bei Wiederkäuern (Rind, Schaf, Ziegen) beschränken die Biorichtlinien den Anteil von Kraftfutter (Körnermais, Getreide, Soja) stark. Für Geflügel und Schweine fordern die Biorichtlinien Auslauf im Freien, so dass auch diese Tiere in der Regel mehr Gras und Kräuter fressen.

Die beiden Studien ergänzen eine Publikation von 2014, in welcher ein internationales Team die Zusammensetzung biologisch und konventionell angebauter Nutzpflanzen untersucht hatte. Diese ebenfalls im British Journal of Nutrition veröffentlichte Studie zeigte, dass in biologisch angebauten Nutzpflanzen 60 % mehr wichtige Antioxidantien vorhanden sind als in konventionellen.   Quelle: Fibl
Bio-Gemüse C.) Bio Austria

Naturfarben für das Bio-Ei

Gängige Eierfarben sind Lebensmittelfarben, die auch als Zusatzstoffe zugelassen sind. Einige dieser Stoffe gehören allerdings zur Gruppe der Azofarbstoffe, die bei empfindlichen Menschen allergieähnliche Reaktionen auslösen können. Damit ein Bio-Ei auch als Osterei rund um Bio ist, verwendet man am besten Naturfarben. Denn schließlich sorgen Zwiebelschalen, Rote Rüben, Rotkohl, Spinat und Petersilie für eine gesunde Farbenpracht im Osternest.

So funktioniert’s:
Weiße Eier nehmen die Farbe am besten an, besonders wenn sie vor dem Färben gut mit Essig abgerieben werden. Der Sud aus einem halben Liter Wasser, einem Schuss Essig und den Pflanzenstücken sollte ungefähr 30 bis 45 Minuten kochen, bevor die Eier hineingegeben werden. Die Eier werden im Farbbad hart gekocht und hinterher abgekühlt. Besonders hübsch und liebevoll lassen sich pflanzengefärbte Eier mit Kräutern und Gräsern verzieren, die man vor dem Färben auf das Ei legt. Dann wird das Ei fest mit einem Stück Nylonstrumpf umwickelt, den man an beiden Enden zubindet.

  • Rottöne: Rote Zwiebelschalen ( 2 Handvoll), geraspelte Rote Rüben (ca. 250 g)
  • Grün: Spinat und Petersilie (2 Handvoll)
  • Grüngelb: Kamillenblüten (2 Handvoll)
  • Blau bis Violett: Rotkohlblätter (2 Handvoll)
  • Goldgelb bis Braun: Schwarzer Tee (200 g) oder Walnussschalen

Patente auf Saatgut

In diesen Wochen erfolgen wichtige Weichenstellungen in der Europäischen Union und in der Europäischen Patentorganisation. Patente auf Pflanzen und Tiere werden auf höchster Ebene verhandelt. Wirtschaftliche Abhängigkeiten von großen Saatgutkonzernen, noch mehr Monokulturen, Zerstörung unserer Böden sowie der Verlust alter, standortangepasster Sorten und der großen Vielfalt auf unseren Tellern wären die Folge. Wenn Sie dies nicht tatenlos hinnehmen möchten, so unterzeichnen Sie bitte die Online-Petition von Arche Noah.

Kennzeichnung von Eiern

Seit 2004 wird jedes Ei mit einem Code gekennzeichnet, der Auskunft über Haltungsform, Herkunft und Haltbarkeit gibt. Somit ist es ganz einfach für Sie, ein Bio-Freiland Ei aus Österreich zu erkennen.

Haltungsformen
0 ... biologische Erzeugung
1 ... Feilandhaltung
2 ... Bodenhaltung
3 ... Käfighaltung

Herkunftsland
AT ... Österreich
DE ... Deutschland
IT ... Italien
usw.

Bio-Pressobstvermarktung 2016

Auch heuer findet wieder eine steiermarkweite Sammlung von Bio-Preßobst statt. Rechtzeitige  MENGENMELDUNG (siehe Meldeformular) ist Voraussetzung für die Teilnahme.
Vorgaben für das gut bezahlte Lebensmittel Bio-Streuobst:Es können nur Verbandsbetriebe liefer, also Bio Ernte oder Biolandwirtschaft Ennstal Mitglieder.Nur anerkanntes Bio-Obst kann übernommen werden. Eine Kopie vom Bio-Zertifikat ist bei JEDER Lieferung abzugeben!

Am Zertifikat müssen Bio-Obst, Bio-Äpfel, Bio-Birnen, Bio-Zwetschken oder Bio-Streuobst angeführt sein. Bio-Kontrolle und Ausstellung des Zertifi kats muss 2015 sein. Gültigkeit bis 2016! Wenn nicht vorhanden, bitte bei der Kontrollstelle unbedingt sofort nachfordern!

Wir können keine Umstellerware vermarkten!

Bitte bei der Pressobst-Meldung auch Ihre Kontrollstelle angeben.

Bitte verwenden Sie nur saubere Sammel- und Transportbehälter - wir vermarkten gut bezahlte Bio-Lebensmittel! Aus Qualitätsgründen können wir nur noch Netzsäcke und keine Plastiksäcke akzeptieren!

Wir können kein Pressobst vermarkten, das mit dem Igel geerntet wurde.

Nur eigenes, sauberes, frisches Pressobst, das auch frei von Faulstellen ist, anliefern. Außerdem nur ganze Früchte!

Bio-Pressobst von Bäumen an stark befahrenen Straßen bitte nicht liefern, da die Bio-Kunden Rückstandsanalysen durchführen.

 Durch den Transport sollte das Pressobst nicht verunreinigt werden (zB Abdeckung bei Regen!)

Eine Alm ist kein Streichelzoo!

Genießen Sie die Wanderungen auf unseren schönen Almen - aber bitte beachten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit einige Verhaltensregeln im Umgang mit Weidevieh! Sollten Sie beim Durchgang Tore oder Zäune öffnen, vergessen Sie bitte nicht, diese wieder sorgfältig zu schließen - bei den Weidetieren handelt es sich um wertvolles Zuchtvieh, das die Existenz unserer Bauern sichert!

Auf der Suche nach dem glücklichen Fisch

Ist es überhaupt noch möglich, ohne schlechtes Gewissen Fisch zu essen? Der Filmemacher Frank Diederichs hat weltweit nach Fisch gesucht, den man ohne Bedenken essen kann. Und es gibt ihn tatsächlich: sowohl wild als auch gezüchtet, sowohl im Meer als auch in Teichen.Der Beitrag ist in der arte-Mediathek verfügbar.Die Binnenfischzucht hat große Zukunft. Frischer Fisch aus heimischen Gewässern ist eine Zukunftschance für Betriebe. Infos unter www.biofisch.at.


Lust auf alte Sorten in Ihrem Garten?

Der Verein Arche Noah hat es sich zum Ziel gesetzt, Saatgut seltener und unserem Klima angepasster Sorten wieder verfügbar zu machen. Die angebotenen Gemüse- und Obstsorten sind heute im Handel nicht mehr erhältlich. Das Arche Noah Sortenhandbuch bringt Vielfalt in Ihren Garten! Lesen Sie weiter unter www.arche-noah.at


Milch macht schlank!

Diese Erkenntnis ist zwar nicht neu, aber gerade vor dem Beginn der Badesaison wieder interessant. Mehr Information hier.

Lust aufs Grillen?

Biologisches Jungrindfleisch: Ein Geheimtipp!


Bald hat Grillen wieder Hochsaison. Die Bio-Landwirtschaft bietet dazu eine exklusive Spezialität an: Jungrindfleisch aus Mutterkuhhaltung!
  • feinwürzig, zartfasrig und saftig
  • ideal für die schnelle, leichte Küche
  • außergewöhnliche Qualität für Grill- u. Pfannengerichte
  • einfach in der Zubereitung
Schmecken Sie den Unterschied!

Welche Zukunft der Landwirtschaft ist die bessere für uns alle?

Sehen und entscheiden Sie selbst! Link zu Youtube.


Signifikante Unterschiede

zwischen biologischen und konventionellen Lebensmitten


Die Debatte BIO versus Nicht-BIO läuft bereits seit Jahrzehnten. Dass der Gehalt an wichtigen Antioxidantien in biologisch angebauten Nutzpflanzen und daraus verarbeiteten Produkten bis zu 60 Prozent höher als in konventionellen ist, hat nun ein internationales Expertenteam unter Leitung der Universität Newcastle (Grossbritannien) in der bislang größten Studie ihrer Art herausgefunden. Lesen Sie mehr ...


25 Jahre BIOLANDWIRTSCHAFT ENNSTAL

Seit der Gründung im Jahre 1989 hat der Verein Biolandwirtschaft Ennstal intensiv für die Beratung und Weiterbildung der Bauern und für die Vermarktung der biologisch erzeugten Lebensmittel der Mitgliedsbetriebe gearbeitet. Der Erfolg des Vereins - die 100-prozentige Vermarktung der anfallenden Produkte gegen Bio-Zuschlag - liegt in der engen Kooperation mit den Hauptabnehmern Ennstal Milch KG, Landena KG, Slbg. Rinderzuchtverband und Steir. Schaf- und Ziegenzuchtverband. Qualitätssicherung und Sensibilisierung der Konsumenten gegenüber dem Bio-Landbau waren und sind weitere wichtige Aufgabengebiete von Österreichs zweitgrößtem Bio-Verband.Im Jahr 2014 wurde vom Verein auch ein regionales LEADER-Projekt mit der Lebenshilfe Ennstal, LFZ Raumberg-Gumpenstein und 7 Kindergärten aus dem Bezirk umgesetzt. Anläßlich der Schlußpräsentation des Kindergartenprojektes und des 25 Jahr Jubiläums lud die Biolandwirtschaft Ennstal zu einer Pressekonferenz auf den Biohof Schaunitzer in Aigen.

BIOkochbuch für Kinder

Lebensmittel sind "Mittel zum Leben" und gerade bei Kleinkindern ein wichtiger Baustein für eine gesunde kindliche Entwicklung. Um gesund zu bleiben, benötigt der Körper möglichst naturbelassene Lebensmittel aus biologischem, regionalem Anbau. Die Pädagoginnen der Kinderkrippe Irdning und des Kindergartens Donnersbachwald geben Ihnen in unserem Jausenkochbuch Anregungen, gemeinsam mit Ihren Kindern kleine, schmackhafte Mahlzeiten zuzubereiten. Bestellen Sie das Büchlein jetzt um EUR 8.- über unser Kontaktformular! Viel Spaß beim Ausprobieren und Genießen!


Overdose Geschmacksprofil

Der Zotter aus der "Über-Dose”: Schoko- statt Energydrinks


Von Roland Graf · Published on 10. März 2014

Die Auferstehung des Schulkakaos: Trinkschoko mit ökologisch-perfektionistischem Anspruch

Da wird die Mama aber schimpfen! Wenn das erste Mal zur "Overdose” gegriffen wird nämlich. Doch Sepp Zotter, der Chocolatier aus Bergl bei Riegersburg, will mit seinem neuen Streich dem Nachwuchs keine Überdosis verpassen, sondern eine "Über-Dose” [Dass ein wenig Koketterie mit dem Skandälchen des Namens einkalkuliert ist, darf man dennoch annehmen]. Die Carto-Can, in der die drei Sorten "Dark”, "Milk” und "White” auf den Markt kommen, ist einerseits eine Ansage an die Energydrinks und ihre Aludosen. Allerdings ist sie auch recyclebar, wie bei Zotter üblich, werden Zucker, Kakaobutter und -masse nach Fairtrade-Standards bezahlt. Die Milch ist die Ausnahme, sie stammt aus dem Ennstal. Und auch mit der Zotter’schen Trademark "ungewöhnliche Zutaten” wurde das Dosentrio ausgestattet. Der Chaga-Pilz und die Rosenblüte sowie ein Hauch Zitrone aromatisieren etwa die weiße Trinkschoko. Wie schmeckt das? Die Milchschoko-Variante des "Superfood-Drinks", wie ihn Zotter nennt, riecht zwar wie ein kalter Kakao, spätestens am Gaumen merkt man aber den Unterschied. Die Cremigkeit, unterstützt durch Kühlen und Schütteln der Karton-Verpackung, läßt eher an ein sehr locker aufgeschlagenes Mousse au Chocolat denken. Die Süße ist nur dezent, ein zarter Vanilleton gibt zusätzlich Geschmack. Während die "White"-Variante mit einem satten Mandel-Vanille-Ton (erinnert an Blanc-manger, um bei den Süßspeisen-Assoziationen zu bleiben) aufwartet, wirkt die "Milk" am balanciertesten. Beinahe als kleine Mahlzeit - vielleicht deshalb: Superfood :-P - geht hingegen die dritte Trinkschoko, "Dark", durch: Hier wäre der nächste Verwandte wohl ein Schokopudding. Reichhaltig im Geschmack ist diese Variante, der Chili hätte hier vielleicht ein wenig gegengesteuert, kam aber zu wenig durch. Eines dennoch als Info für alle, die Schoko immer gleich mit schlechtem Gewissen verbinden (und nur an Feiertagen aus der Naschlade holen): Mit 310 Kalorien gehen die 230 ml des Drinks auch als Snack durch. Zumindest wenn man es nicht übertreibt mit den Über-Dosen …

Hergestellt von Ennstal Milch Stainach

Quelle: Trinkprotokoll.at 



Zum Bienenretten Würmer töten?

Gifte.

Da er den Regenwurm über alle anderen Tiere schätzte, würde Darwin das Pestizid Force, das als Ersatz für Neonicotinoide im Gespräch ist, aus gutem Grund zum Teufel wünschen.
03.01.2014 | 18:27 | von Ute Woltron (Die Presse)

Jahre bevor Charles Darwin 1859 sein Werk über "Die Entstehung der Arten" veröffentlicht hatte, begann er, sich ausführlich mit einem unscheinbaren Geschöpf zu befassen: dem Regenwurm. 1837 hielt er vor der Geologischen Gesellschaft Englands seinen ersten Vortrag über die Bestimmung dieser Erdbewohner. Man schenkte ihm kaum Gehör. Doch Darwin war ein unbeirrbarer Geist und hielt am Glauben fest, dass kaum ein anderes Tier als der Wurm eine wichtigere Rolle in der Geschichte der Erdentwicklung gespielt habe. Ein Jahr vor seinem Tod 1882 veröffentlichte er sein letztes Werk. Es hieß in deutscher Übersetzung "Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer".

In Zeiten, in denen jene Gifte, die Bienen morden, durch solche ersetzt werden könnten, die den Regenwurm umbringen, ist es angebracht, eine Ode an den Wurm zu singen. Jeder Gärtner kennt dieses Lied. Je mehr Regenwürmer seine Erde durchwühlen, desto erfreulicher der Pflanzenwuchs. Denn Regenwürmer sind Bioturbatoren, also Lebewesen, die Böden durchwühlen, durchmischen und damit eine für die Bildung von Humus entscheidende Rolle spielen.

Ein Regenwurm unserer Breiten lockert das Erdreich bis zu drei Meter tief. Jeder, der mit Mulch arbeitet, kennt den Effekt: Steinharte Böden werden locker, fruchtbarer und leichter bewirtschaftbar, wenn eine Mulchschicht darübergebreitet ist. Die organischen Substanzen halten den Boden feucht und locken die Würmer an. Sie werden von ihnen gefressen und in Nährstoffe umgewandelt in den Boden transportiert. Dieser wird gelockert und belüftet. Die feinsten Pflanzenwurzeln, für die Aufnahme von Nährstoffen zuständig, orientieren sich gern an Regenwürmergängen und wachsen daran entlang.

Das hat einen Grund: Das Verdauungsprodukt des Regenwurms ist reiner Dünger. Wurmkot enthält im Schnitt fünfmal so viel Stickstoff, bis zu sechsmal so viel Magnesium und gar siebenmal so viel Phosphat wie normale Gartenerde. Wo viel Wurm, da viel aufgeschlossene Mineral- und Nährstoffe, die nur so von Pflanzen aufgenommen werden können. Pro Quadratmeter gesundem Boden leben ca. 100 bis 400 Würmer. Pro Hektar, rechnete Darwin vor, produzieren sie in nur einem Jahr an die 45t Wurmkotdünger. Heutige Schätzungen gehen gar von bis zu 100t aus. Das gilt aber nur für intakte Böden; ein Feind des Wurmes ist die sogenannte Kunstdüngung: Die industriell auf synthetischem Weg hergestellten Dünger erhöhen die Säure- und Salzkonzentration im Boden, was der empfindlichen Haut des Wurms abträglich ist.

Regenwürmer erreichen ein Alter von geschätzten drei Jahren, man weiß es jedoch nicht genau, vielleicht werden sie auch älter. Es gibt hierzulande rund drei Dutzend Arten, manche leben am liebsten im Kompost, andere bevorzugen die obersten Schichten des Erdreichs, andere die tiefen, sie kommen nur frühmorgens oder bei starkem Regen an die Oberfläche.

Im vergangenen Frühjahr trat ein vorübergehendes Verbot der Neonicotinoide in Kraft, die als Saatgutbeize gegen den Maiswurzelbohrer eingesetzt wurden, gleichzeitig aber auch zahllose Bienenvölker vernichteten. Die Überlegungen, Neonicotinoide nun durch ein Produkt mit Handelsnamen Force zu ersetzen, scheinen bei Andrä Rupprechter, dem neuen Landwirtschaftsminister, auf taube Ohren zu stoßen. Wie erfreulich! Sein Vorgänger, Nikolaus Berlakovich, hatte nicht einmal vermocht, sich der Veröffentlichung eingesetzter Pestizidmengen zu stellen, und sich auf sein "Amtsgeheimnis" berufen. Eine ausgemachte Schande.

Zitat aus dem "EG-Sicherheitsdatenblatt" des Herstellers von "Force": "Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkung haben. Sehr giftig für Regenwürmer." Das steht unter "Besondere Gefahrenhinweise für Mensch und Umwelt" und auf der Website des an der Börse notierten Herstellers Syngenta. Dessen schärfster Konkurrent ist ein Konzern namens Monsanto. Wenn man das Zeug einatmet, steht hier weiter zu lesen, möge man "künstliche Beatmung einleiten". Noch Fragen?

GARTENLAUBE

Wer viele Regenwürmer anlocken möchte, stellt auf Kompostwirtschaft um und verzichtet auf den Einsatz von Kunstdünger. Der Boden wird dann auch nicht mehr umgegraben, sondern mit Grabgabel und Sauzahn bewirtschaftet. Der Mulch ist des Wurmes Lieblingsspeise. Also versuchen Sie es zumindest ein Mal: Streuen Sie Mulch auf die magere und harte Krume, und dann können Sie beobachten, wie diese im Lauf des Jahres locker und humusduftend wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.01.2014)

Fleisch gehört dazu

Standpunkt vegan und Landwirtschaft

Veganer retten nicht die Welt, sagt Ulrike Gonder.
Die Ökotrophologin meint, sie wissen zu wenig über die Natur.

Es gibt Alternativen zur Massentierhaltung

DEUTSCHLAND zeo2 | "Vegan ist das neue Viagra" - mit solchen und ähnlichen Slogans gepusht, erlebt die besonders strenge Form vegetarischen Essens derzeit einen regelrechten Boom: Vegane Restaurants laden zum ethisch korrekten Essen ein. Viele Verbraucher möchten ihren ökologischen Fußabdruck verringern, wollen sich gesund ernähren, ohne Natur zu überstrapazieren, und haben die Nase voll von leergefischten Meeren, geschundenen Tieren und Futtermittelskandalen. Was liegt da näher, als auf Fleisch und Fisch oder gleich auf alle tierischen Produkte zu verzichten und sich von Getreide, Bohnen und Gemüse zu ernähren. Dieser Logik folgte auch die amerikanische Umweltaktivistin Lierre Keith, die mit 16 Jahren zur Veganerin wurde. Zwanzig Jahre lang aß und lebte sie so, aus der festen Überzeugung, die Natur zu bewahren, die Tiere zu schützen und den Hunger zu beenden. Rückblickend sagt sie, dass sie wie viele andere "urbane Industrialisten" zwar noble Motive hatte, jedoch keine Ahnung von Ackerbau und Viehzucht, von natürlichen Kreisläufen und "von der Natur der Natur". Insbesondere der Veganismus, sei er politisch, moralisch, ökologisch oder gesundheitlich motiviert, ist eine Sackgasse. Einer der Denkfehler vieler Vegetarier ist die Annahme, die heute übliche agrarindustrielle Intensivmast sei die einzige Möglichkeit, Tiere zu halten. Ihre Kalkulationen zum Energieverbrauch, zum Kalorieneinsatz, zu den hungernden Menschen, basieren alle auf der Idee, dass Nutztiere Getreide benötigen und dass man mit diesem Getreide besser Menschen satt machen sollte.

Schafe sind keine Nahrungskonkurrenten

Dabei wird vergessen, dass Rinder, Ziegen oder Schafe Weidetiere sind, die über Jahrmillionen nie in Nahrungskonkurrenz zum Menschen standen. Im Gegenteil: Diese Tiere essen, was wir Menschen nicht nutzen können - die Zellulose der Gräser - und wandeln sie in für uns hochwertige Nahrung um: in Fleisch und Milch, in Eiweiß und Fett. Anstelle der Tierhaltung mehr Getreide oder Soja für die wachsende Menschheit anzubauen, löst weder das Welthungerproblem noch schont es die Umwelt. Von den rund fünf Milliarden Hektar urbarem Land auf dieser Erde sind 3,4 Milliarden Weideland. Mehr als zwei Drittel der nutzbaren Flächen dienen also der Erzeugung tierischer Lebensmittel. Und das ist keineswegs Verschwendung, sondern eine ökologische Notwendigkeit. Diese Flächen sind für Ackerbau ungeeignet. Die einzige Möglichkeit, auf diesen Flächen nachhaltig Nahrung zu gewinnen, ist die Tierhaltung. Was passiert, wenn man Weideland wie die großen Steppen und Prärien für Weizen und Mais umpflügt oder die Wälder für Sojafelder abholzt, ist hinlänglich bekannt: weltweit kam es in der Folge derartiger landwirtschaftlicher Eingriffe zu Erosionen und Versalzung, und das Bodenleben erstarb. Am Ende bleibt nur Staub und Wüste, wo zuvor über Jahrmillionen Nahrung und Mutterboden entstanden, wo unvorstellbare Co2-Mengen gebunden waren, die das Umpflügen freisetzt. Wie steht es mit dem Biolandbau? Biolandbau und Vegetarismus schließen einander aus. Durch den Verzicht auf mineralische Düngemittel ist die ökologische Landwirtschaft ganz besonders auf Tiere als Düngerproduzenten angewiesen. Geschlossene Kreislaufwirtschaft heißt ihr Grundprinzip: Tiere, Menschen und Pflanzen leben in einer sich gegenseitig stützenden und nährenden "Mischkultur". Nur so ist Nachhaltigkeit überhaupt möglich. Würden die Biokunden auf Fleisch, Milch und Eier verzichten, wäre dies das Ende der ökologischen Landwirtschaft.

Rein pflanzliche Kost liefert niemals alle Nährstoffe

Aber ist es nicht herzlos, Tiere zu schlachten? Herzlos ist, wie mit vielen Tieren auf der Welt noch immer umgegangen wird. Das ist beschämend und muss geändert werden. Wäre es ethisch und moralisch nicht besser, ganz darauf zu verzichten, fühlende Wesen zu töten? "Ich esse nichts, was ein Gesicht oder eine Mutter hatte", ist ein beliebter Ausspruch unter Vegetariern. Doch er ist kein gutes Argument. Alles, was lebt, hatte eine Mutter (und vieles einen Vater), auch Pflanzen. Zudem zeigt der Spruch, wie anthropozentrisch die Tierschützer im Grunde sind: Fühlen Lebewesen, die uns nicht ähnlich sind (die kein Gesicht haben), weniger? Sind sie weniger schützenswert? Wer zieht hier wo die Grenzen? Was ist mit den millionenfach im Boden lebenden Einzellern, Würmern und Bakterien, die durch den Anbau von Getreide- und Sojamonokulturen getötet werden? Zählen die nicht? Warum nicht? Weil man auch als Veganer irgendetwas essen muss? Genau hier wird die Willkürlichkeit der Grenzziehung deutlich: Wer jegliches Leben schützen will, wird verhungern. Das heißt andererseits: es gibt kein Essen, kein Leben ohne den Tod - es muss immer jemand sterben, damit ein anderer essen kann. Der Anbau von Getreide und Bohnen bildet da keine Ausnahme. Ein weiteres häufig vorgebrachtes Argument ist das gesundheitliche: tierisches Eiweiß und tierische Fette wurden zwar zu unrecht, jedoch so lange und intensiv verunglimpft, dass viele Vegetarier ernsthaft glauben, wenn sie darauf verzichten, werden sie automatisch gesünder. Nun ist der Mensch von der Natur als Omnivore (Allesesser) konstruiert, was nichts anderes heißt, als dass wir mit einer aus tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln zusammengesetzten Kost am besten fahren. Man kann sich ohne Fleisch sehr gesund ernähren. Doch eine rein pflanzliche Kost, wie sie Veganer als besonders gesund propagieren, liefert niemals alle Nährstoffe, schon gar nicht für Kinder oder Schwangere.

Dass es dennoch Veganer gibt, die sich (noch) bester Gesundheit erfreuen, liegt daran, dass sie zu allermindest Vitamin-B12-Präparate einnehmen. Doch selbst mit Nahrungsergänzungen kann es mit der veganen Kost schief gehen. Kürzlich erklärten zwei prominente US-Veganerinnen, dass sie trotz bester Pflanzenkost krank wurden und nun - wie auch Lierre Keith - wieder tierisches essen. Ulrike Gonder, ist Diplom-Ökotrophologin und streitbare Journalistin. Für systemed hat sie das Buch "Ethisch essen mit Fleisch" von Lierre Keith übersetzt und ergänzt.

Artikel erschienen in der Ausgabe zeo2 03/13.